DIFC- und ADGM-Foundations sind Stiftungen nach Common Law mit eigenen Gerichten. Beide halten Anteile und Immobilien und regeln Nachfolge ohne Nachlassverfahren. Errichtung und Satzung übernehmen lizenzierte Kanzleien; Exit Palm koordiniert und setzt um. Stand 09/2026.
Warum es diese beiden gibt
Die Emirate kennen zwei Rechtsräume, die nach Common Law arbeiten und eigene englischsprachige Gerichte führen: das DIFC in Dubai und das ADGM in Abu Dhabi. Nur dort entstehen Stiftungen, Trusts und Fondsstrukturen. In den übrigen Zonen fehlt dafür die Grundlage.
Eine Foundation ist dabei etwas anderes als ein Trust. Sie ist eine eigenständige juristische Person ohne Gesellschafter, die Vermögen nach einer Satzung (Charter) und Beistatuten (By-Laws) hält und von einem Council verwaltet wird. Weil sie selbst rechtsfähig ist, kann sie Konten führen, Anteile halten und klagen. Für Banken ist sie dadurch greifbarer als ein Trust.
Die drei Unterschiede, auf die es ankommt
1. Wie das Recht angewandt wird. ADGM übernimmt englisches Recht unmittelbar, einschließlich der laufenden Rechtsprechung. DIFC hat ein eigenes kodifiziertes Regelwerk, das sich an Common Law orientiert, aber eigenständig fortentwickelt wird. Für Berater aus dem englischen Rechtskreis ist ADGM oft vertrauter; DIFC ist dafür in Dubai näher an Grundbuch und Banken.
2. Kosten und Bearbeitungszeiten. Beide liegen deutlich über einer RAK-ICC-Struktur. Zwischen DIFC und ADGM sind die Unterschiede kleiner als der Abstand zu den günstigen Zonen, und sie ändern sich. Wer allein nach Preis entscheidet, entscheidet am falschen Kriterium.
3. Nähe zum operativen Geschäft. Sitzt die operative Gesellschaft in Dubai und sollen Immobilien im Emirat gehalten werden, spricht viel für DIFC. Geht es um Family-Office- und Fondsumfeld in Abu Dhabi, spricht viel für ADGM.
Wofür eine Foundation taugt
| Zweck | Was sie leistet | |---|---| | Nachfolge | Anteile und Immobilien gehen nicht in den Nachlass; Beistatuten regeln, wer wann was bekommt | | Trennung von Eigentum und Kontrolle | Der Stifter kann Einfluss behalten, ohne Eigentümer zu sein | | Dach über mehrere Gesellschaften | Operative Firmen, Beteiligungen und Immobilien unter einem Dach | | Ordnung in der Familie | Minderjährige Kinder, mehrere Ehen, Beteiligungen von Geschwistern |
Der zweite Punkt ist zugleich der heikelste. Genau diese Trennung ist steuerlich der sensible Teil und gehört geprüft, bevor sie gebaut wird, nicht danach.
Wird die Foundation im Heimatland als intransparent anerkannt oder dem Stifter zugerechnet? Löst die Übertragung von Anteilen eine Wegzugs- oder Entstrickungsbesteuerung aus? Fällt Schenkungsteuer bei der Dotation an, und in welchem Land? Wir stellen diese Fragen; beantworten dürfen sie deine Steuerberatung und eine Kanzlei.
Wann keine Foundation die richtige Antwort ist
In vielen Fällen reicht eine Holding. Sie ist günstiger, einfacher zu erklären und bankfähiger. Eine Foundation lohnt sich, wenn Vermögen über Generationen geordnet werden soll, nicht wenn nur eine Ebene über die operative Gesellschaft gelegt werden soll.
Und wenn die Struktur in fünf Jahren ohnehin umgebaut werden müsste, ist sie zu früh. Eine Foundation, die man neu aufsetzen muss, kostet mehr als die, die man später sauber errichtet.
Was wir empfehlen
Prüfe zuerst, ob eine Holding reicht. Wenn nicht, hol die Kanzlei früh dazu. Die Satzung schreibt sie, nicht wir. Exit Palm koordiniert, dokumentiert und setzt die operativen Teile um: Gesellschaften, Lizenzen, Konten, Visa.
Ob eine Foundation für dich das richtige Werkzeug ist, klären wir im Erstberatungsgespräch.
Exit Palm erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für rechtliche und steuerliche Fragen arbeiten wir mit lizenzierten Partnern in Deutschland und den VAE zusammen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand siehe Datum.